Blindenwohnstätte Kniesehaus
gemeinnützige Betriebs GmbH

Natascha Elgnowski ist Einrichtungsleiterin und Pflegedienstleiterin im Kniesehaus.

Im Interview nimmt sie uns mit auf eine kleine Zeitreise und erzählt von den Besonderheiten der Pflegeeinrichtung.

Das Kniesehaus ist spezialisiert auf blinde und seheingeschränkte Menschen. Wie kam es dazu?

Unsere Pflegeeinrichtung blickt auf eine lange Geschichte und Tradition zurück und gehört zur Paul und Charlotte Kniese-Stiftung. Das kinderlose Ehepaar hatte die Idee für eine Blindenstiftung wegen ihres eigenen Schicksals.

Wer waren die Gründer und Gründerinnen der Kniese-Stiftung und warum „eigenes Schicksal“?

Paul Kniese, 1874 geboren, war Hotelier und erblindete Ende der 1940er Jahre infolge einer Glaukom-Erkrankung. Seine Frau Charlotte, 1881 geboren, stammte aus einer wohlhabenden Berliner Familie und war eine bekannte Sportwagenfahrerin. Auch sie erblindete in ihren letzten Lebensjahren und verstarb 1965, nur ein Jahr nach ihrem Mann.

Charlotte Kniese war also die Alleinerbin.

Ja, das stimmt. Die Eheleute pflegten einen großbürgerlichen und dennoch recht sparsamen Lebensstil. Zu ihrem Besitz zählten Immobilien und Grundstücke, die mit der Gründung 1965 in die Stiftung übergingen.

Das Kniesehaus ist spezialisiert auf blinde und seheingeschränkte Menschen. Wie kam es dazu?

Unsere Pflegeeinrichtung blickt auf eine lange Geschichte und Tradition zurück und gehört zur Paul und Charlotte Kniese-Stiftung. Das kinderlose Ehepaar hatte die Idee für eine Blindenstiftung wegen ihres eigenen Schicksals.

Wer waren die Gründer und Gründerinnen der Kniese-Stiftung und warum „eigenes Schicksal“?

Paul Kniese, 1874 geboren, war Hotelier und erblindete Ende der 1940er Jahre infolge einer Glaukom-Erkrankung. Seine Frau Charlotte, 1881 geboren, stammte aus einer wohlhabenden Berliner Familie und war eine bekannte Sportwagenfahrerin. Auch sie erblindete in ihren letzten Lebensjahren und verstarb 1965, nur ein Jahr nach ihrem Mann.

Charlotte Kniese war also die Alleinerbin.

Ja, das stimmt. Die Eheleute pflegten einen großbürgerlichen und dennoch recht sparsamen Lebensstil. Zu ihrem Besitz zählten Immobilien und Grundstücke, die mit der Gründung 1965 in die Stiftung übergingen.

Natascha-Alexandra Elgnowski
Einrichtungsleiterin und
Pflegedienstleiterin

Alexandra Drebs

Wie kam es dann zur heutigen Pflegeeinrichtung?

Im Jahr 1969 begann der Bau. Anfang 1971 fertiggestellt, entstand damals ein Wohnhaus für blinde und seheingeschränkte Menschen jeden Alters. Nach einem großen Umbau wurden 2012 die Apartment-Wohnungen in Pflegezimmer und die Wohnanlage in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung umgewandelt. Heute liegt der Schwerpunkt auf der Pflege und Betreuung.

Weiterhin mit dem Fokus auf blinde und seheingeschränkte Menschen.

Genau. Unser Haus bietet ein barrierefreies Umfeld, in dem 78 Senioren und Seniorinnen leben. Jede*r von ihnen wohnt im eigenen Apartment mit Bad und kleiner Pantryküche. Die Mahlzeiten werden in den Gemeinschaftsräumen eingenommen, wo auch die Beschäftigungsangebote stattfinden. Sozusagen in der guten Stube im Wohnbereich, denn dort findet das Leben statt, ähnlich wie zu Hause in der Familie.

Wann ziehen die Menschen bei Ihnen ein?

Je nach Lebenssituation, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, wenn das selbstständige Wohnen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist oder die pflegenden Angehörigen einfach überlastet sind. Idealerweise kommen die Senioren und Seniorinnen und ihre Familie vorab zu einem Besichtigungstermin, um unser Haus kennenzulernen.

Bei der Wahl eines geeigneten Seniorenheims gibt es vieles zu bedenken. Erst recht, wenn Seheinschränkungen hinzukommen.

Beim Einzug in unser Haus müssen die Familien auf vieles achten, sind manchmal überfordert und nicht selten in einem emotionalen Konflikt. Auch hier sind wir bei der Organisation behilflich, damit sie einerseits eine gefühlvolle Stütze für ihr pflegeempfangendes Familienmitglied sein können, aber andererseits auch gut für sich selbst sorgen.

Sie achten also auch auf die Angehörigen?

Die Familienangehörigen sind genauso wichtig. Sie haben oft viel geleistet und werden nach dem Einzug endlich entlastet. Bereits vom ersten Kennenlernen an liegen uns die Ehepartner und Ehepartnerinnen und Kinder ebenso am Herzen. Die dürfen wir nicht einfach vergessen.

Was ist noch wichtig?

Bilder an der Wand, der Lieblingssessel, die Porzellansammlung: Wir empfehlen, eigene Kleinmöbel und Lieblingsstücke mitzubringen, um das Zimmer ganz persönlich und liebevoll einzurichten – es ist schließlich das neue Zuhause und die Eingewöhnung und Orientierung fallen dadurch leichter.

Und wie gehen Sie mit den Gewohnheiten um?

In Gesprächen erfragen wir die Angewohnheiten und Vorlieben sowie die besonderen Wünsche. Nicht jede(r) ist ein Frühaufsteher oder eine Frühaufsteherin, mag lieber Schlager statt Volksmusik oder Haferbrei statt einem Käsebrot zum Frühstück. All das Wissen ist wichtig, um die bestmögliche Versorgung und Betreuung bieten zu können.

Welche Leistungen gibt es noch neben der Pflege und Betreuung?

Wir übernehmen die Reinigung der Zimmer und der Wäsche und sortieren die gereinigten Kleidungsstücke wieder in den Schrank ein. Auf Wunsch übernehmen wir auch den Einkauf, organisieren einen Friseurtermin, Arztbesuche, Physiotherapie oder Fußpflege – gerne auch in unserem Haus.

Was sind die größten Hürden bei einem eingeschränkten Sehvermögen?

Das ist je nach Krankheitsbild sehr unterschiedlich. Betroffene erkennen bekannte Personen nicht mehr, sie stolpern öfter, stoßen sich, gehen ins falsche Zimmer, finden Dinge nicht wieder oder wirken anderweitig desorientiert. Trotzdem ist es wichtig, ihnen etwas zuzutrauen, den Hilfebedarf zu klären und etwas anzubieten, was zur besseren Orientierung und Barrierefreiheit beitragen kann, wie beispielsweise taktile Markierungen. Genau darin liegen unsere Erfahrungen und Stärken.

Beschreiben Sie noch ein bisschen das Haus und das Leben darin!

Im Kniesehaus gibt es einen großen, lichtdurchfluteten Speisesaal, der direkt neben unserem Clubraum liegt und an einen großen Wintergarten sowie unseren grünen Innenhof anschließt. Und wir haben eine moderne Therapieküche. Der Alltag bietet viel Abwechslung – Gymnastik, gemeinsames Musizieren, Ausflüge, Gottesdienste, Lesungen, Kunsttherapie, Backen … Für jede(n) ist das Passende dabei und unsere Betreuungsassistenten und Betreuungsassistentinnen inspirieren mit viel Gespür unsere Bewohner und Bewohnerinnen zum Mitmachen.

Das alte Haus und seine Bewohner und Bewohnerinnen erleben jede Menge.

Das ist richtig: Es wird nicht langweilig. Derzeit finden sehr umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten auf den Wohnbereichen und an der Fassade statt. Wir richten einen tollen Personalraum ein und ich darf schon verraten, dass wir auch einen Sinnesraum für unsere Bewohnerinnen und Bewohner gestalten werden. Wir haben schon viel auf den Weg gebracht und noch vieles vor. Diese Dynamik und Energie machen uns schließlich auch als Arbeitgeber attraktiv.

Wir danken Ihnen für das lohnende Gespräch und die Einblicke.

2022.02-Organigramm